Hard Drive

Theatraler Crashtest in einem Unfallauto von O-Team

Premiere am Freitag, 20. September um 16:00 / 17:30 / 19:00 und 20:30 Uhr, Mariahilfplatz

Weitere Termine: 
21./22. September 2019:
um jeweils 11:00 / 12:30 / 14:00 Uhr
17:00 / 18:30 / 20:00 Uhr
27. September: 
um 16:00 / 17:30 / 19:00 / 20:30 Uhr
28./29. September 2019
um jeweils 11:00 / 12:30 / 14:00 Uhr
17:00 / 18:30 / 20:00 Uhr 

Dauer: je 1 Stunde

Tickets: 18 € / 10 €
über München Ticket unter Tel. 089 / 54 81 81 81 
oder unter www.muenchenticket.de
Achtung: stark begrenzte Platzzahl!

Weitere Aufführungen: 
30.01. – 09.02.2020, Imaginale Stuttgart (Internationales Theaterfestival animierter Formen)
25.04. – 03.05.2020, öffentlicher Raum, Theater der Stadt Aalen

Konzept: O-Team
Recherche, Text, künstl. Leitung: Antonia Beermann, Folkert Dücker 
Ausstattung, Installation: Nina Malotta, Samuel Hof
Sprecher: Folkert Dücker
Sounddesign und techn. Installation: Pedro Pinto
Komposition, ProgrammierungBenno Heisel
Presse- und ÖA: Christiane Pfau,Kathrin Schäfer
Produktion: schaefer&soehne

»Hard Drive« ist ein Projekt von O-Team in Koproduktion mit HochX Theater und Live Art und Theater der Stadt Aalen. Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes und durch den Landesverband freier Tanz- und Theaterschaffender Baden-Württemberg e.V. aus Mitteln des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg.


Mehr Informationen zum Team und Projekten unter: 
Website: https://www.team-odradek.de/
Videos: www.vimeo.com/oteam
Facebook: www.facebook.com/team.odradek

Infos zum Fonds Doppelpass:
https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/de/projekte/buehne_und_bewegung/detail/doppelpass_fonds_fuer_kooperationen_im_theater.html

O-Team
Seit 2005 produzierte O-Team über 20 anspruchsvolle Projekte in München, Stuttgart, Berlin, Jena, Darmstadt und Braga (Portugal) und bediente dabei ein weites Spektrum an theatralen Formen. Das Team besteht momentan aus Nina Malotta, Samuel Hof, Antonia Beermann, Folkert Dücker und Pedro Pinto

Wir verstehen uns als freie Gruppe der Darstellenden Künste, die aktuelle Themen mit provozierenden Formen verbindet. In oft interdisziplinären Besetzungen arbeiten wir in inhaltlich überbordenden, bildhaften Formaten, die gleichermaßen sinnlich wie intellektuell sind. 
Die Form unserer Projekte entwickelt sich dabei themenspezifisch und bewegt sich zwischen den Bereichen Performance, Erzähltheater, Figurentheater, Aktionen im Stadtraum oder immersiven Formaten. Dabei entwickeln wir szenische Ausnahmezustände, die die ZuschauerInnen herausfordern, ihre eigenen Positionen zu hinterfragen.
Unsere Arbeiten wurden bei zahlreichen Gastspielen und Festivals im In- und Ausland präsentiert. 2013 wurde „Ich bedanke mich für alles“ beim Festival „Radikal Jung“ prämiert, 2015 wurde das Team für „Lichtung“ und 2019 für „:-Oz“ mit dem Theaterpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet, „Dunkle Materie“ war 2019 auf das internationale Theaterfestival „altofest“ in Neapel eingeladen.

»Hard Drive« von O-Team ist der erste Teil der zweijährigen Projektreihe »CRASH«, die im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird. Ein Unfallauto, das Spielort und animierter Darsteller zugleich ist, wird auf dem Mariahilfplatz im Herzen Münchens installiert. Von einer künstlichen Stimme geleitet sind jeweils vier Zuschauer eingeladen, in diesen Überresten des Autos Teil eines virtuellen Crashtests zu werden. O-Team untersucht den Unfall als das Verdrängte von Technik und Fortschritt. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob nicht auch im Unfall eine Produktivkraft steckt und warum wir – trotz aller Rückschläge und Gefahren und obwohl wir mit immer mehr Neuem auch immer mehr Unfälle und Schrott produzieren – immer noch an den technischen Fortschritt und seine Versprechen glauben.

Ein Unfallauto steht auf dem gespenstisch leeren Mariahilfplatz im Herzen Münchens. Deformiertes Blech, ein Spinnennetz aus Sprüngen und Rissen auf der Windschutzscheibe: Geschwindigkeit, Energie, Aufprall sind zur Skulptur gefroren.
Von einer künstlichen Stimme geleitet werden vier ZuschauerInnen eingeladen, in diesem deformierten, »automated talking car« Platz zu nehmen. Als temporäre Insassen werden sie Teil eines virtuellen Crashtests. Das Unfallauto wird damit nicht nur zu einer temporären Spielstätte im öffentlichen Raum, sondern tritt als Akteur und Erzähler auf. Dabei ist es den Insassen teilweise selbst überlassen, welcher Erzählung sie folgen wollen. Je nach Zuschauerverhalten werden in der interaktiven Audioinstallation unterschiedliche Tracks getriggert und abgespielt. Die Erzählung kreist dabei um grundsätzlichen Fragen: Lässt sich Freiheit programmieren? Wieviel Autonomie wollen wir? Und nicht zuletzt: wer programmiert hier eigentlich (für) wen?


Hintergrund
Der Philosoph Paul Virilio behauptet 2005 in seinem Essay »Der eigentliche Unfall«, dass die Moderne mit ihrer Versessenheit auf das immer Neue gleichzeitig gefährliche Kuckuckseier ausbrütet. Jede neue Technologie trägt neue Unfälle in sich, die zwangsläufig früher oder später eintreten werden. Obwohl so bereits in den 1990ern der Unfall nicht als Ausnahme, sondern als systemimmanent identifiziert wurde, hat sich am Technikglauben unserer Gesellschaft, die mit immer mehr Neuem auch immer mehr Schrott produziert, bis heute wenig geändert.

Zur Spielzeiteröffnung des HochX setzt O-Team seine Auseinandersetzung mit den Auswirkungen moderner Technik auf Leben, Gesellschaft und künstlerische Praxis fort. Das Team untersucht am Motiv des selbstfahrenden Autos in einer immersiven Installation die Kollateralschäden technischer Erfindungen und verortet sich damit inhaltlich in den süddeutschen Industrieregionen für Hochtechnologie und Autoindustrie.

Als Fetischobjekt und Symbol für individuelle Freiheit ist das Auto das Medium der Mobilität par excellence. Glaubt man den Heilsversprechen der technischen Optimierung unserer Gesellschaft, dann wird die Mobilität der Zukunft dank autonomem Fahren nachhaltig, digital und sicher wie noch nie: »Vorsprung durch Technik.« Doch wenn die Erfindung des Autos auch die Erfindung des Autounfalls ist, welche Folgen hat es, wenn demnächst künstliche Intelligenz (KI) in unser Leben eingreift? Und was bedeutet es für die Zivilgesellschaft, dass die Technologie autonom fahrender Autos auf Forschung des Militärs basiert?

Die Reihe CRASH
»Hard Drive« ist der Auftakt der zweijährigen Projektreihe »CRASH«, die im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird. Mit CRASH untersucht die Stuttgarter Theatergruppe O-Team in Zusammenarbeit mit dem Theater Aalen und dem HochX München den Unfall als das Verdrängte von Fortschritt und Technik. Vier Einzelprojekte gehen aus von technischen Objekten, die selbst zu Akteuren werden. Gemeinsam mit den Figurenspieler*innen Antje Töpfer & Florian Feisel vertieft O-Team die Entwicklung eines performativen Objekttheaters, das uns eine zeitgemäße Erzählformen für eine posthumanistische Technikgesellschaft scheint. Durch zwei Jahre »CRASH« zieht sich ein zur Skulptur gefrorener Aufprall: Ein reales Autowrack, das als Akteur und Spielstätte neue Formen gastspieltauglicher Produktionen ermöglicht und einmal durch die halbe Republik tourt.

HIER=JETZT 2023

Open Space 1–4
Von 13. − 16. April 2023, um 20:00 (Do–Sa) + 18:00 (So) im schwere reite
Der Eintritt ist frei.
Kostenfreie Tickets sind nur an der Abendkasse ab 60 Minuten vor Beginn der Vorstellung erhältlich 

Teilnehmer*innen HIER=JETZT 2023: 
Eléonore Barbara Bovet, Veronica Vagnoni, Matteo Sacco, Sonja Christl, Alexandra Paal, Bianca Bauer, Cola Ho Lok Yee, Anima Henn, Dalma Wéninger, Rinus Silzle + Laura Manz + Anima Henn, Perle Cayron, Antonia Čop, Natalia Koźbiał, Alice Pan, Ben Meerwein, Maria Paula Duarte Romero und Hoyoung Im. 

Publikumspreis 
Am letzten Abend der vier »Open Space«-Abende von »HIER=JETZT«, der Plattform für zeitgenössischen Tanz, die vom 13. bis 16. April im schwere reiter stattfand, wurde der Publikumspreis verliehen.

Den Publikumspreis 2023 erhielt Cola Ho Lok Yee 

Johanna Richter und Birgitta Trommler, die Gründerinnen und Organisatorinnen von »HIER=JETZT« Plattform für zeitgenössischen Tanz überreichten ihr gemeinsam mit Dr. Norbert Janssen, dem Vorsitzenden des Vorstandes der Norbert Janssen Stiftung, die Urkunde.

Wie bereits 2022 wird der Publikumspreis über eine private Spende finanziert. 
In diesem Jahr ist der Preis zudem mit einem dreimonatigen Arbeitsstipendium verbunden, das von der Norbert Janssen Stiftung gefördert wird und  mit einer Residenz in der Tanztendenz e.V.  gekoppelt ist. Diese Produktion wird dann im Rahmen der Tanzwerkstatt Europa, die von Joint Adventures vom 1. bis 11. August 2023 veranstaltet wird, zur Premiere gebracht. 

Team
Konzept, Leitung: Johanna Richter, Birgitta Trommler 
Technische Leitung, Licht : Rainer Ludwig
Ton: Philipp Kolb 
Probendisposition, Assistenz : Laura Manz 
Produktionsleitung: Elsa Büsing 
Presse: Kathrin Schäfer
Video: Tim Bergmann, Thomas Göbl 
Foto: Mehmet Vanli
Grafik: Martina Baldauf  

Eine Koproduktion mit Tanztendenz München e.V. 
Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, den BLZT – BayerischerLandesverband für zeitgenössischen Tanz aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst und unterstützt von privaten Spendern. 
In Kooperation mit einer Residence im Iwanson International. Mittechnischer Unterstützung durch die Hochschule Macromedia, München.
Der Publikumspreis von HIER = JETZT 2023 wird gefördert von der Norbert Janssen Stiftung.

Eine perfekte Gelegenheit die Vielfalt der zeitgenössischen Tanzszene kennenzulernen: HIER=JETZT präsentiert an vier unterschiedlichen Abenden Produktionsausschnitte und work in progress von 16 freischaffenden Künstler*innen. 

Am letzten Abend, dem Open Space 4, wird im Anschluss an die Aufführungen der Publikumspreis vergeben, der in diesem Jahr gekoppelt ist mit einem dreimonatigen Arbeitsstipendium gefördert von der Norbert Janssen Stiftung mit abschließenden Vorstellungen bei der TANZWERKSTATT EUROPA. 

Die Plattform für zeitgenössischen Tanz HIER=JETZT wurde 2016 von den Tanztendenz- Mitgliedern Johanna Richter und Birgitta Trommler ins Leben gerufen und in Koproduktion mit Tanztendenz München e.V. realisiert. 

2023 findet die Plattform von 3. bis 16. April statt und bietet den teilnehmenden Künstler*innen kostenfrei Studios im schwere reiter, in der Tanztendenz und beiIwanson International an. Im Fokus von HIER=JETZT steht die Laborsituation und der Austausch; Choreograf*innen wird eine Plattform geboten, um intensiv und unabhängig an der Vielfalt ihrer Ideen zu arbeiten – ein offenes Labor für Stückentwicklungen. 

In den vier abschließenden öffentlich „Open Space“-Abenden werden die erarbeiteten Stückansätze in Teilen, oder als work in progressvorgestellt.   

Im Freien

Musikfest in memoriam Wilhelm Killmayer

05. – 11. Dezember 2017
Gasteig München + Einstein Kultur

Künstlerische Leitung: Johannes X. Schachtner, Markus Schmitt, Prof. Moritz Eggert  

Am 20. August 2017 starb der Münchner Komponist Wilhelm Killmayer, genau einen Tag vor seinem 90. Geburtstag. Wie kein zweiter steht er für einen konsequent undogmatischen und eigenständigen Weg innerhalb der Pfade der Neuen Musik in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.  

„Im Freien“ würdigt nun das Schaffen des Komponisten in einer Werkschau. Neben Werken Killmayers aus sechs Jahrzehnten erklingen Kompositionen von Weggenossen, Freunden und Schülern. 
Auftragswerke, die auf das Œuvre Wilhelm Killmayers Bezug nehmen, spiegeln seine Musik im Kontext der Jetztzeit.   

Neben vier großen Konzerten, die dem Liedschaffen, dem kammermusikalischem Œuvre, sowie den größeren Ensemblewerken gewidmet sind, wird in Zusammenarbeit mit dem Orff-Zentrum München ein Pre-Konzert zum Musikfest stattfinden, das Wilhelm Killmayer als Schüler und Lehrer beleuchtet. Flankierend reiht sich in das Programm noch die Vorführung von Portraitfilmen des Komponisten in Zusammenarbeit mit der Münchner Stadtbibliothek ein.

Eine Veranstaltung des aDevantgarde e.V.  

Gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München, der Ernst von Siemens Musikstiftung, der Carl-Orff-Stiftung und der GEMA-Stiftung

Das Programm der einzelnen Tage finden Sie hier im PDF rechts oben.

Ich legte mich dem Publikum zu Füßen

Ein Stück von Stefan Kastner

Uraufführung am Samstag, den 29. Juni 2024 um 16:30 Uhr im schwere reiter
anschließend Fußballschauen vor Ort: das Achtel-Finale der Fußball-EM mit hoffentlich deutscher Beteiligung

Zweite Vorstellung am Sonntag, den 30. Juni 2024 um 18:00 Uhr im schwere reiter

Dauer des Stücks inklusive Torwandschießen: ca. 1 h 15 min

Tickets:
Normalpreis: 18,00 €
Support-Ticket: 30,00 €
Ermäßigt: 12,00 €
Mindestpreis: 5,00 € 

VVK in Kürze über schwerereiter.de / rausgegangen

Mit:
Katarina Morfa, Susanne Schroeder, Rainer Haustein, Stefan Kastner sowie Leni Bauernschmitt-Sodré, Mia Kaiser und Karla Mengele

Team:
Text, Regie: Stefan Kastner I Dramaturgie: Guido Huller I Bühne: Thomas Thalhammer I Licht: Stefan Staub I Kostüme: Ilona Wittmann I Produktion: Uli Zentner I Presse: Kathrin Schäfer

Gefördert durch die Kulturstiftung der Stadtsparkasse München, den Bezirk Oberbayern, die GVL und im Rahmen des Rettungspaketes NEUSTART KULTUR der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der #TakeCareResidenzen des Fonds Darstellende Künste.
Vielen Dank an Pathos Theater und schwere reiter.
Stefan Kastner
Jahrgang 1963, studierte Gesang am Richard-Strauss-Konservatorium München und arbeitete als Opernsänger u.a. in München, Freiburg und Berlin. Für seine Theater-Projekte »Isar – Athen« (2008) und »Die Bergsteiger« (2009), das auch zu RODEO MÜNCHEN 2010 eingeladen wurde, erhielt er eine Förderung durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München, 2010 dann die Optionsförderung für drei Jahre. Hierfür inszenierte er seine Stücke »Heraklits letzte Tage« (März 2011), »Im Enddarm der Stadt« (Oktober 2011) und »GERMANIA 1 – Dinkelhofen« (November 2012). Außerdem führte er Regie (»Im weißen Rössl«) bei den Pöckinger Kulturtagen. Im Dezember 2012 war beim Tollwood Winterfestival die Performance »Imbiss« zu sehen, die er zusammen mit Judith Huber entwickelte. Im April 2014 setzte er seine Trilogie mit »GERMANIA 2 – Paradiso« fort, die er im März 2015 mit »GERMANIA III – Die Heimkehr« abschloss. Im Juli 2015 inszenierte er »Zwei Witwen«, eine Oper von Bedrich Smetana, auf der Opernbühne Bad Aibling. Im Februar 2016 war die gesamte »GERMANIA-Trilogie« an 6 Tagen im Schwere Reiter zu sehen! Mit »Die Sphinx von Giesing« eröffnete er das Hofspielhaus (Oktober 2015), wo 2016 auch die Fortsetzung »Die Sphinx von Giesing II« stattfand, die zu den 37. Bayerischen Theatertagen 2020 am Landestheater Schwaben in Memmingen eingeladen war. Im Dezember 2017 wurde „Die Haltestelle“, gefördert vom Kulturreferat der LH München, im Schwere Reiter uraufgeführt. In der Pasinger Fabrik inszenierte er im Juni 2019 Mozarts »Die Entführung aus dem Serail«, und im September 2020 hatte sein Stück »CARMEN Sedlmayr« im Hofspielhaus Premiere. Die Uraufführung von »Ankündigung einer Vorarlberger Theatergruppe in Zeiten der Pandemie« fand am 25. Oktober 2021 im alten schwere reiter statt. Die Inszenierung seines Stücks »Die Rückkehr der Delphine« wurde im September 2022 und im September 2023 im Silbersaal des Deutschen Theaters gezeigt.
Zuletzt war er im November 2023 im Paulaner Brauhaus für »Achternbusch 2023«, eine Holztischlesung verantwortlich, bei der er gemeinsam mit Inge Rassaerts und Rainer Haustein Texte von Herbert Achternbusch gelesen hat.

Zum Stück
Die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein am Leuchtenbergring schließt für immer ihre Pforten und hat noch tausend Euro in der Portokasse. Die läßt die Chefin des Hauses, Frau Dr. Wegscheider, dem Studentenservice des Arbeitsamts in Form eines einwöchigen Frankreich-Stipendiums zukommen, verbunden mit dem Auftrag, einen Vortrag über die deutsch-französische Geschichte zu halten. Den Zuschlag bekommt Heinz Kaschubek, Ende 50, Gelegenheitsarbeiter beim Studentenservice, weil die jüngeren Studierenden keine Zeit oder Besseres zu tun haben. Kaschubek fährt über den Rhein nach Kleve, wo er in die niederländisch-preußisch-barocke Welt des Joseph Beuys hineingerät. Dann begibt er sich nach Marseille und kommt am Bahnhofsvorplatz nicht nur mit dem vorchristlichen Ursprung der Stadt in Kontakt, sondern auch mit Frau Dr. Wegscheider, die er noch aus seiner Aushilfszeit beim Edeka in Karlsfeld kennt, als er ihr am Konservenregal die Cornichons herunterreichte und die jetzt im Moment an der Cote d!Azur Segelurlaub macht.

In der Provence begegnet Kaschubek den Schülerinnen Cécile, Céline und Charlotte, die die Päpstlichen Gärten pflegen. Die Gärten erstrecken sich von Avignon bis nach Rom und stammen aus der Zeit des Avignoner Exils. Mit Olga Kosakiewicz, einer jungen Gefährtin und Schülerin Simone de Beauvoirs, machen sie sich auf den Weg nach Paris, um von Simone in der Philosophie unterrichtet zu werden. Olga muß ohnehin nach Paris, denn die wöchentliche Probe des Chors der Résistance, deren Mitglied sie ist, findet abends statt.

In einer Taverne im Quartier Latin treffen sie Simone, die auf Sartre wartet. Der Chor probt dort Beethovens Chorfantasie. Der Wirt, ein ehemaliger Fremdenlegionär, verabscheut deren Gesang, ist aber auf die Mieteinnahmen der Résistance angewiesen. Unter den vielen Flüchtlingen, die draußen vorbeiziehen, sind auch Goten, Langobarden und Wandalen. Von denen, die sein WC benutzen ohne bei ihm zu konsumieren, verlangt der Wirt eine saftige Toilettengebühr. Es ist der frühe Abend des 20. Juli 1944. Heinz Kaschubek verwandelt sich in den Wehrmachtsgeneral Carl-Heinrich von Stülpnagel, Militärbefehlshaber in Frankreich, mit Sitz in Paris. Stülpnagel ist Mitverschwörer des Stauffenberg-Attentats. Er sitzt in der Taverne für sich allein und wartet auf einen Anruf aus Berlin, der bestätigt, dass Hitler tot ist. Simone gesellt sich zu ihm, sie sprechen über die Musik Richard Wagners, sie finden Gefallen aneinander, sie schmieden gemeinsame Pläne für nach dem Krieg. Die nun eintreffende Nachricht vom gescheiterten Attentat bedeutet für Stülpnagel den Tod und löst den Abend in der Taverne auf.

Nach all den ehrenamtlichen Jahren bei der Résistance will Olga jetzt, nach dem Krieg, endlich auch mal Geld verdienen und wird Schlagersängerin. In der Geldanlage rät der Wirt Olga zu einem Bausparvertrag. Die Schülerinnen gehen mit Simone und Sartre wandern und baden und vertiefen sich in Abaelard und Heidegger. Heinz Kaschubek lädt, in Erinnerung an die Erstausstrahlung des Aktuellen Sportstudios und den Abschluss des Éysée-Vertrags, zum Torwandschießen ein.

Einen Überblick über (die meisten von) Stefan Kastners Theaterstücken bekommen Sie hier:
http://www.kathrin-schaefer.com/referenzen/

Hotel Giesing

Das Viertel bleibt dreckig und die Kunst frei
Ein dunkeldeutsches Singspiel 
von Cornel Franz und Markus Lehmann-Horn

Mittwoch, 30. September und Donnerstag, 1. Oktober 2020 um 20:00 Uhr im Utopia

Für weitere Infos folgt uns auf Facebook www.facebook.com/HotelGiesing/

Vorbericht im Münchner Feuilleton:
»Hotel Giesing« im Herbst im Utopia
Weil der braune Fluss immer rauscht
Das Singspiel »Hotel Giesing – das Viertel bleibt dreckig« reflektiert den neu-rechten Kulturkampf. Zugleich könnte seine mosaikartige Struktur in diesen unsicheren Zeiten Schule machen.
von Sabine Leucht am 25. Mai 2020
https://muenchner-feuilleton.de/2020/05/25/hotel-giesing-im-herbst-im-utopia/

Idee & Konzept: Cornel Franz, Markus Lehmann-Horn
Musik & musikalische Leitung: Markus Lehmann-Horn
Text, Regie & Raum: Cornel Franz

Adolfo, Hotelportier: Yosemeh Adjei 
Bille und Marie, Gäste: Sibylla Duffe und Maria Helgath
Die Stammgästin:  Bettina Ullrich 
Jürgen „Inkognito“: Jürgen Tonkel 
Hotel-Lobby Pianist:  Michael Gumpinger 
Unser Blech:  Christian Loferer (Horn), Sven Strunkheit (Posaune), Frank Bloedhorn (Trompete), Andreas Kittlaus (Trompete), Matthias Kannleiter (Bassposaune) (Mitglieder des Bayerischen Staatsorchesters)

sowie Just-in-time-immer-wieder-überraschende-Übernachtungs-Laufkundschaft  


»Hotel Giesing – das Viertel bleibt dreckig und die Kunst frei – ein dunkeldeutsches Singspiel«
Zugegeben, Titel und Untertitel sind etwas verwirrend für die Form von  Musiktheater, der in erster Linie Emotion und  Unterhaltung bieten möchte. Des Rätsels Lösung jedoch ist einfach: „Hotel“ steht auf der Bühne immer für Wechsel  und Übergang; für Wandel und Umbruch; kurz für alle Variationen, die der lateinische Begriff transitio umfasst. „Giesing“ ist Münchens berühmtestes ´Glasscherbenviertel`, in dem ein Graffiti mit dem Text: »DAS VIERTEL BLEIBT DRECKIG« eine hohe Überlebensdauer hat, weil die Bewohner dafür schon selbst sorgen; wobei auf den feinen Unterschied zwischen „dreckig“ und „schmutzig“ zu achten ist. Das leitet über zum „Singspiel“, das hier seine Existenz dem Irrtum der AfD zu verdanken hat, die bereits musikalisch (A-F-D = Töne eines reinen D-Moll Akkords) Besorgnis über den Zustand Deutschlands zum Ausdruck bringen will.  Unser Thema ist also: Wir wollen den Kulturkampf, den vor allem die AfD mit allen denkbaren parlamentarischen und außerparlamentarischen Mitteln führt, nicht mehr  länger schweigend hinnehmen. Wir, das sind die Gäste und das Personal.  Sie alle treffen sich in der Lobby, um sich über „Man wird das ja wohl noch sagen dürfen“, „Fahnenweihen“, „Deutsche Männergesangsvereine“, „JAfD e.V.“, bis zur „Jenaer Erklärung über Rassismus“ und andere emotionale und unterhaltsame Themen ihre Gedanken zu machen – so wie es sich für ein dunkeldeutsches Singspiel gehört.           Und um auf diese Weise der rechten Dummheit wieder einmal zu zeigen, dass Intelligenz, Toleranz und Freiheit ohne Humor nicht zu haben sind und auch durch Angst-Mache nicht zum Schweigen gebracht werden können. 

Die Produktion wird ermöglicht durch das Crowdfunding „Das Viertel bleibt dreckig“.

Je sors de nulle part mais d’un trou obscur

Ich komme von nirgendwo, aber aus einem obskuren Loch Tanzsolo von Taigué Ahmed

Premiere am Freitag, 1. Februar 2019 um 20:00 Uhr im HochX

Weitere Vorstellung am Samstag, 2. Februar 2019 um 20:00 Uhr im HochX (im Anschluss Nachgespräch)
Voraufführung am 30. Januar 2019 um 20:00 Uhr | Anmeldung unter info@theater-hochx.de

Tickets: 18 € / erm. 10 €
Reservierung: theater-hochx.de

In seinem Tanzsolo beschäftigt sich Taigué Ahmed mit Erfahrungen des Prozesses der Ankunft in einer anderen Gesellschaft. Einer Gesellschaft, die seinen Körper aufgrund einer unterschiedlichen Hautfarbe, eines anderen Kleidungsstils oder Sozialverhaltens ausschließt. Taigue nutzt Formen der Diskriminierung als Basis für die Entwicklung von Bewegungsabläufen. Den Fokus legt er dabei auf den Kampf, den der Ausgegrenzte kämpft. Welche Strategien entwickelt der diskriminierte Körper, um nicht länger wie ein Fremdkörper behandelt zu werden? Heute, wo rassistisches Gedankengut wieder gesellschaftsfähig geworden ist, entwickelt der tschadische Tänzer und Choreograph ein Stück, das nach Auflehnung fragt. Jener Auflehnung, die entsteht, wenn das Bewusstsein für die Dominanz des Außen im eigenen Leben gegeben ist. Wann ist der Punkt der Erschöpfung erreicht, an dem der Körper aufhört sich anzupassen und er sich traut, er selbst zu sein?

Choreografie und Tanz: Taigué Ahmed | Musik: Benno Heisel | Video: Janine Jembere | Kostüm: Pascale Martin | Licht: Ulrich Eisenhofer | Dramaturgie: Sarah Israel | Produktionsleitung + Fotos: Katharina Denk | PR: Kathrin Schäfer

Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und Tanztendenz München e.V.
Dank an HochX Theater und Live Art. 

Taigué Ahmedwurde im Tschad geboren und ist dort aufgewachsen. Mit 13 Jahren wurde er Mitglied des tschadischen Nationalballetts, wo er eine Ausbildung zum traditionellen Tänzer erhielt. 2002 arbeitete er mit der Kompanie Jeune Trestle, ab 2003 nahm er an Workshops für zeitgenössischen Tanz der französischen Choreografin Julie Dossavie in N’Djamena teil. Außerdem besuchte er die Ecole des Sables im Senegal und wurde an das Centre National de la Danse (CND) in Paris empfohlen, bevor er selbst begann, junge Tänzer*innen in N’Djamena auszubilden. Im Dezember 2009 präsentierte er das Solo »Crache mon histoire« am CND, Paris. Im Juni 2011 erhielt er eine Einladung des Tanzhauses Station Zuid in Amsterdam, um eine Choreografie inspiriert durch das Gemälde »Der Garten der Lüste« zu erarbeiteten. 2014 zeigte er das Duo »Abbanay, Abbanay« (»Mein Vater, mein Vater«) im Rahmen des Africtions-Festival in Deutschland. Im April 2015 präsentierte er zusammen mit Sarah Israel die Performance »Laissez-moi… Eine Blickstörung« in München. 2016 entwickelte er zusammen mit Tobias Ginsburg und Matthias Renger das Kinderstück »Du und ich und das Meer dazwischen«. 2018 wurde sein Stück »Waignedeh« am Tanzhaus NRW in Düsseldorf und den Münchner Kammerspielen uraufgeführt. 
2005 gründete Taigué zusammen mit anderen Tänzer*innen die Organisation Ndam Se Na in N’Djamena, deren Leiter er heute ist. Neben Tanzworkshops in Flüchtlingscamps fördert Ndam Se Na auch die Ausbildung von Tänzer*innen und den Austausch von Tanzproduktionen, u.a. durch ein 2007 gegründetes Tanzfestival. Seit 2013 leitet er Workshops und Projekte mit Kindern, Jugendlichen und Geflüchteten in Frankreich, Kanada und Deutschland.

Links und weitere InfosInformationen zu NDAM SE NA 
http://www.ndamsena.org/

Ausschnitt als Dokumentation „Voices of Africa” (CNN) über die Arbeit von Taigué Ahmed in den Flüchtlingscamps:
http://edition.cnn.com/video/api/embed.html#/video/international/2012/05/18/a-african-voices-ahmed.cnn

Artikel über die Arbeit mit Geflüchteten auf der Webseite des Goethe-Instituts
https://www.goethe.de/de/kul/tut/gen/tan/20710799.html

Kaffee und Bier

Eine musikalische Lesung

Premiere am Mittwoch, 7. November 2018 um 20 Uhr im Deutschen Theater – Silbersaal
Einlass: 19:30 Uhr
Vorstellungsdauer: 1 Stunde 50 Minuten (inkl. 20 Minuten Pause)
Preise:im Silbersaal ab 30,00 € 

Mit: Stefan Leonhardsberger und Stephan Zinner 
Booking: Hanna Hell / Südpolentertainment

Weitere Termine:
12.11.2018 Stadtbergen-Bürgersaal
13.11.2018 Inning am Ammensee- alte Brauerei
14.11.2018 Neuburg- Kolpinghaus
29.11.2018 Deutsches Theater- Silbersaal

Stephan Zinner, geboren 1974 in Trostberg/Oberbayern, ist verheiratet und hat drei Kinder. Er spielte bereits während seiner Ausbildung an der Schauspielschule Ruth von Zerboni in München an den Münchner Kammerspielen und am Theater 44 in München. 1997 erhielt er den Lore-Bronner-Preis für Darstellende Kunst. Von 1998 bis 2001 war er Ensemblemitglied am Salzburger Landestheater. Von dort ging er an die Münchner Kammerspiele, wo er bis 2006 im Ensemble blieb. Seitdem ist er als Schauspieler, Musiker und Kabarettist freischaffend tätig. 2005 moderierte er die »Da Capo«-Tour zum 50-jährigen Bühnenjubiläum von Mario Adorf.
Neben seiner Theaterarbeit wirkt Stephan Zinner bei vielen Film- und Fernsehproduktionen mit, u.a. in »Mogadischu« von Roland Suso Richter und dem mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichneten Film »Shoppen« von Ralf Westhoff. Für Markus H. Rosenmüller stand er sowohl in »Beste Zeit« als auch in »Räuber Kneissl« vor der Kamera. Außerdem war er in dem mit dem Grimme-Preis ausgezeichneten Münchner Tatort »Nie wieder frei sein« (Regie: Christian Zübert) und in der BR-Serie »Franzi« (Regie: Matthias Kiefersauer) zu sehen.
Seit 2006 spielte er beim Politiker-Derblecken auf dem Nockherberg und war dort auch 2018 wieder als »Söder« zu sehen.
Er entwickelte die Reihe »Zinner und Gäste«, bei der er mit Gästen wie Miroslav Nemec, Stefan Betz und Markus H. Rosenmüller eigene und andere Literatur vorstellt. 
Mit Hannes Ringlstetter stand er 2011 in »Überleben in der Wildnis« auf der Kabarett-Bühne.
Nach seinen drei Kabarett-Programmen »Zinner tanz« (2006), »Auf großer Fahrt« (2008) und »Family Business« (2009) folgten die Solo-Kabarettabende »Der Fluch des Pharao« (2012) und »Wilde Zeiten« (2014) und aktuell »relativ simpel« (2017).
Mehr Infos:www.zinner-music.de

Stefan Leonhardsberger, geboren 1985 in Freistadt, Österreich, absolvierte seine Schauspielausbildung an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz. Er war Ensemblemitglied am Landestheater Linz und am Stadttheater in Ingolstadt, wo er sein Talent und seine Leidenschaft für Musik als Hauptdarsteller im Musical »Dylan« und in einem Stück über Johnny Cash unter Beweis stellen konnte. Im Fernsehen war er u.a. in »SOKO Donau / SOKO Wien« zu sehen. Seit 2013 tourt er mit seinem Programm »Da Billi Jean is ned mei Bua«, mit dem er im November 2017 auch am Deutschen Theater in München begeisterte. Der Münchner Merkur machte 2015 mit Stefan Leonhardsberger „eine echte Entdeckung“ und die Augsburger Allgemeine Zeitung beschreibt ihn als „begnadeter Sänger mit einer kräftigen Stimme“. Darüber hinaus erspielte er sich mit dem Cover-Projekt »Austria 4« eine große Fangemeinde in ganz Bayern.
Mehr Infos:www.stefanleonhardsberger.com
Weitere Programme mit Stefan Leonhardsberger im Silbersaal des Deutschen Theaters:
– STEFAN LEONHARDSBERGER & DIE POMPFÜNEBERER: Sa/So, 10./11. November 2018
– RAUHNACHT: Fr/Sa, 4./5. Januar 2019

Wie 95% der Österreicher schätzt Stefan Leonhardsberger, geboren in Freistadt im Unteren Mühlviertel, das Kaffeehaus, insbesondere das Wienerische, als Institution besonderer Art, die mit keiner in der Welt zu vergleichen ist. Und wie 95% der Bayern schätzt Stephan Zinner, geboren in Trostberg im Hinteren Chiemgau, das Wirtshaus, insbesondere das Münchnerische, ebenfalls als einen ganz besonderen Ort. Beide Orte haben Literaten, Komponisten, Freidenker und Philosophen inspiriert, geprägt und verändert. In »Kaffee und Bier« lesen die beiden Schauspieler und Kabarettisten Texte von eben diesen Damen und Herren – auf der österreichischen Seite u.a. Karl Kraus, Arthur Schnitzler, Joseph Roth, Egon Fridell und Anton Kuh. Auf der bayerischen Seite sind u.a. Oskar Maria Graf, Joachim Ringlnatz, Gerhard Polt, Frank Wedekind und Karl Valentin vertreten. Wie es die Auswahl zeigt, kann es heiter, wolkig, laut und leise werden – alles in allem eine österreichisch, bayerische Melange, mit der ein Versuch unternommen wird, die Eigenheiten, oder vielleicht sogar die Gemeinsamkeiten, dieser beiden Volksstämme zu beleuchten. Stefan Leonhardsberger und Stephan Zinner werden musikalisch auf älteres Liedgut zurückgreifen, aber auch extra für den Abend komponierte Lieder zum Besten geben.
Tickets und Infos: https://www.deutsches-theater.de/leonhardsberger-kaffee-und-bier/

Kein Kläger

NS-Juristen und ihre Nachkriegskarrieren von Christiane Mudra Ein interaktives Game im Stadtraum mit Zeitzeugnissen und Schauspielern 

Am Mi, 28.10.um 19:30 Uhr, 
Fr, 30.10. um 18:00 Uhr und am Sa, 31.10. und So, 1.11. um 17:00 Uhr 
im Rahmen des RODEO-Festivals
Uraufführung am Donnerstag, 11. Juli 2019 um 19.30 Uhr
Weitere Vorstellungen am 12.-14. Juli, 17.-19. Juli sowie 21. Juli 2019 um jeweils 19.30 Uhr 
Treffpunkt: Bushaltestelle Riesstraße (Linie 175), Ecke Hanauer Str./Riesstraße am OEZ, 80993 München
siehe Karte: www.google.com/maps

Karten unter https://www.google.com/maps/place/Riesstra%C3%9Fe/@48.184568,11.5311022,17z/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x479e76f135d0fc8d:0x306a7fbcdb145524!8m2!3d48.184568!4d11.5332909
Bitte bringen Sie Ihr geladenes Smartphone und nach Möglichkeit eigene Kopfhörer mit. Leih-Kopfhörer werden bei Bedarf bereitgestellt. Für den etwa dreistündigen Rundgang mit MVG-Benutzung empfehlen wir bequeme Schuhe und ein MVG-Ticket. 

Konzept, Recherche, Text und Regie: Christiane Mudra 

Schauspiel: Ursula Berlinghof, Sebastian Gerasch, Melda Hazirci, Stefan Lehnen, Murali Perumal.

Gesang: Corinna Ruba 

Zeitzeug*innen: Gabriel Bach, Saskia von Brockdorff, Ernst Grube, Prof. Wolfgang Huber, Walter Joelsen, Markus Schmorell, Uri Siegel, Walter Sylten, Lisa Wanninger, Gerhard Wiese Game Design: Markus Schubert

Audio und Video: Peer Quednau
AR/VR: Kevin Fuchs, Visual VitaminSchnitt: Narges Kalhor
Kostüme: Julia Kopa
Komposition: Thilo Krigar
Grafik: Jara Lopez Ballonga
Produktion: ehrliche arbeit- freies Kulturbüro und Uli Zentner
PR: Kathrin Schäfer KulturPR
Social Media: Silvia Bauer
Regieassistenz: Armin Peterka
Regiehospitanz: Pascale Ruppel 

Gefördert von der Stiftung Erinnerung Verantwortung Zukunft, dem Fonds Darstellender Künste, dem Kulturreferat der Landeshauptstadt München und dem NS-Dokumentationszentrum München.
Powered by Toto. 

Folgen Sie uns auf 
Facebook @investigativeTheater
Instagram @investigativetheater
Twitter @investigativeth 

Trailer: https://youtu.be/lWi2QsHkbQ8


Pressestimmen:

»Es ist eine Mammutaufgabe, die sich Mudra gestellt hat, die, spätestens nach diesem Abend, zu Recht als politischste unter den Münchner Theatermacher*innen bezeichnet werden kann. Umso beeindruckender ist es, wie gut es ihr gelingt, gleichermaßen auf emotionaler wie intellektueller Ebene zu berühren und mitzunehmen. […] Es ist ein besonderes Projekt, mit dem Christiane Mudra nach ,Wir waren nie weg. Die Blaupause´ (Juli 2015) und ,Off the record – die Mauer des Schweigens´ (November 2016) ihre Trilogie zum Umgang mit dem nationalsozialistischen Erbe in der Bundesrepublik und besonders der Stadt München abschließt. Es ist so mutig wie innovativ.«
nachtkritik.de, 12. Juli 2019

»Die Schauspieler schlüpfen immer wieder in andere Rollen. Mal Täter, mal Ankläger, mal Opfer, mal Mitläufer. Ihre Texte fast ausschließlich historische Originalzitate.«
ZDF Heute+, 12. Juli 2019

»In ungeheurem Umfang hat Mudra recherchiert (…) Entstanden ist ein beeindruckendes Archiv deutscher Justizgeschichte, digital abzurufen auf investigativetheater.com. (…) ein Projekt von großer Wichtigkeit. Mudra, die mit „Kein Kläger“ eine Performance-Trilogie zum Umgang mit nationalsozialistischem Erbe beendet, ist es bitter ernst in ihrer Forderung nach radikaler Aufarbeitung.«
Süddeutsche Zeitung, 13. Juli 2019

»Christiane Mudra ist mit Sicherheit die politischste Theatermacherin in Münchens freier Szene.«
Münchner Feuilleton, 7. Juli 2019


Christiane Mudra
studierte Politikwissenschaften an der LMU München und absolvierte ein Schauspielstudium. Sie war an zahlreichen Theatern im deutschsprachigen Raum engagiert und arbeitete mit Regisseuren wie Calixto Bieito, Rolf Hochhuth, Thomas Ostermeier, Neil La Bute und Rimini Protokoll. 2012 war sie als Artist in Residence bei der Biennale di Venezia zu Gast.

Nach einer Syrienreise durch die gewaltsam unterdrückten Proteste im Sommer 2011 inszenierte sie am i-camp in München die dokumentarischen Stücke »inSight? Perspectives on Syria« (2012) und »outLook. voices from Syria« (2013). Die Uraufführung von»yoUturn – ein Überwachungsexperiment« fand 2013 ebenfalls in München statt. 2014 und 2015 folgten Neufassungen in Potsdam und Berlin.

Seit 2013 besucht Christiane Mudra regelmäßig den NSU-Prozess und diverse UntersuchungsausschüsseSie recherchiert zu Hintergründen von Rechtsextremismus und arbeitete an mehreren Sachbüchern mit. Außerdem berichtet sie als Journalistin u.a. aus dem NSU- und dem OEZ-Prozess. 

Im Juli 2015 wurde »Wir waren nie weg. Die Blaupause« als erster Teil einer Trilogie zu rechtsterroristischen Kontinuitätenim Münchner Stadtraum uraufgeführt. Im November 2016 folgte mit »Off the record – die Mauer des Schweigens« der zweite Teil der Trilogie. Die Hörspielfassung des Stücks wurde im Dezember 2016 auf Deutschlandradio Kultur gesendet und u.a. zur re:publica 17 eingeladen. Die Containerinstallation des Stücks 2017 wurde in Kooperation mit dem Deutschen Theater Berlin vor dem Deutschen Bundestag gezeigt und war vom 22. bis 26. Juni 2018 pünktlich zum Ende des NSU-Prozesses als Hörspielinstallation mit Videosequenzen in einem Baucontainer am Giesinger Bahnhof zu erleben.

2017 inszenierte Christiane Mudra auf Einladung des Goethe-Instituts in Brasilien eine Neufassung von »yoUturn – ein Überwachungsexperiment«, in der sie sich mit der brasilianischen Militärdiktatur auseinandersetzte. 

Im Februar 2018 erschien das Sachbuch »Gäriger Haufen.Die AfD- Ressentiments, Regimewechsel und völkische Radikale.« von Prof. Hajo Funke und Christiane Mudra.

Seit 2014 ist Christiane Mudra Referentin auf zahlreichen Panels und Workshops, u.a. bei der Heinrich-Böll-Stiftung, Reporter ohne Grenzen, netzwerk recherche u.v.a. zu Überwachung, Rechtsextremismus und investigativer Recherche im Theaterkontext.

Mehr Infos hier: www.christianemudra.de

»Kein Kläger« ist der dritte Teil einer Trilogie von Christiane Mudra.
Nach »Wir waren nie weg – die Blaupause« (2015, Exekutive) und »Off the record – die Mauer des Schweigens« (2016, Legislative) beleuchtet »Kein Kläger« die Bedeutung der Judikative. 

Im Münchner Stadtraum trifft das Publikum auf Schauspieler*innen und Augmented Reality Clips mit eigens für die Produktion interviewten Zeitzeug*innen.
»Kein Kläger« beleuchtet Beispiele der Münchner Justizgeschichte und regt den Zuschauer an, sich mit juristischer Aufarbeitung sowie mit Errungenschaften und Schwächen des Strafrechts auseinanderzusetzen.  

Durch die Rechtsbeugung des Richters Neithardt konnte der Putschist Hitler bereits nach wenigen Monaten Haft in seinen Unterstützerkreis zurückkehren. 1924 wurde die Nachfolgepartei der zeitweise verbotenen NSDAP stärkste Kraft in München. 1943 verurteilte der Präsident des Volksgerichtshofs Roland Freisler zahlreiche Mitglieder der Weißen Rose in zwei Schauprozessen zum Tode. Seine in München wohnhafte Witwe bezog bis in die 90er Jahre eine erhöhte Rente. Am Münchner Oberlandesgericht waren nach 1945 Juristen von Sondergerichten und Volksgerichtshof tätig. Der Prozess gegen Philipp Auerbach (1952) trug antisemitische Züge und mündete in den Suizid des Angeklagten. Theodor Maunz, der als Professor dem NS-Regime juristische Legitimität zu verschaffen gesucht und die Gewaltenteilung zugunsten der Führergewalt wegargumentiert hatte, wurde bayrischer Kultusminister und Ordinarius an der LMU. Der Standardkommentar zum Grundgesetz trägt bis heute seinen Namen. Der Bundesjustizminister Engelhard schrieb 1989, er halte die Flucht vor der Aufarbeitung des eigenen »geräuschlosen Abgleitens in den Nationalsozialismus« für »die Fehlleistung der bundesdeutschen Justiz«. 

Der Bundesgerichtshof kritisiert in einem Grundsatzurteil von 1995 mit scharfen Worten die »regelrechte Rechtsbeugung« der Nachkriegsjustiz.  

Am 11. Juli jährt sich das Urteil im NSU-Prozess am Münchner Oberlandesgericht zum ersten Mal. Prozessbeteiligte und -beobachter fragen sich bis heute, warum das Gericht ausgerechnet bei den beiden aktiven Rechtsextremisten unter den Angeklagten weit unter der Strafmaßforderung der Bundesanwaltschaft blieb. 
Verheerend war das Signal definitiv. Den Schlussakkord in einem der wichtigsten Nachkriegsprozesse bildete selbst 2018 der johlende Applaus der Neonazis, in den sich das Schluchzen der Hinterbliebenen mischte. 

Vor dem Hintergrund der genannten Beispiele untersucht »Kein Kläger« exemplarisch Schauplätze, Urteile und juristische Karrieren, aber auch Fälle von gelungener Aufarbeitung.
Im Zentrum von »Kein Kläger« steht die Frage: Welche unverzichtbare Rolle spielt(e) die Justiz der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft bei der Eindämmung rechtsextremer und antisemitischer Gewalt?  


Trilogie zu NS-ideologischen Kontinuitäten 
 
»Kein Kläger« ist der dritte Teil von Christiane Mudras Trilogie zu rechten (ideologische) Kontinuitäten: 

»Wir waren nie weg. Die Blaupause« (Teil 1. Western, 2015) hatte die personellen und ideellen Kontinuitäten zwischen dem Oktoberfestattentat und den NSU-Morden zum Thema. Anhand von Originalzitaten aus Sicherheitsbehörden und rechten Propagandaschriften wurden Motive wie die viel zitierte Einzeltätertheorie widerlegt und widersprüchliche Ermittlungsergebnisse und neonazistische Ideologien hinterfragt. 

»Off the record – die Mauer des Schweigens« (Teil 2. Live-Hörspiel mit Stummfilmelementen, 2016/ Hörspielfassung auf Deutschlandradio Kultur 2016) beschäftigte sich mit der Rolle der Parlamentarier in den NSU-Untersuchungsausschüssen, der V-Mann-Problematik im NSU-Kontext und der Rolle der Presse.  

2019 spielt »Kein Kläger« mit Science Fiction Motiven.
Die Teilnehmer*innen reisen vom Tatort des jüngsten Münchner Attentats am Olympiaeinkaufszentrum zurück in die Nachkriegsjahre.
Mittels Smartphones und Tablets begegnen ihnen Fragmente aus eigens für die Produktion geführten Zeitzeugeninterviews, die in Augmented Reality wie mahnende Geister vor der Stadtkulisse zu ihnen sprechen. Opfer der NS-Justiz und –gesetzgebung kommen ebenso zu Wort wie Staatsanwälte des Auschwitz- und des Eichmann-Prozesses.
Die junge Bundesrepublik wird in „Kein Kläger“ zu einem neuen Lebensraum, den es, so die Mission der Darsteller*innen, zu gestalten gilt. Doch schon bald werden dunkle Geheimnisse und Gefahren enthüllt. Einzelne Schauspieler*innen kämpfen für Aufarbeitung, Neubeginn und demokratische Werte. Andere Darsteller*innen stemmen sich dagegen. Sie plädieren für Schlussstrich und Verdrängung zugunsten von Wiederaufbau und Wirtschaftswunder.
Zwischen diesen beiden Fronten begibt sich das Publikum auf eine Spurensuche an Originalschauplätzen. Mittels einer App auf dem Smartphone sammeln die Teilnehmer*innen Erkenntnisse aus der Vergangenheit in einem gemeinsamen Wissenspool und entwerfen Zukunftsideen.  


Infos zum Kontext 
 
Der Mythos der Entnazifizierung kann durch die personellen Kontinuitäten in fast allen Behörden und Ministerien der jungen Bundesrepublik widerlegt werden.
Eine überwältigende Anzahl von Staatsanwälten und Richtern mit NS-Vergangenheit prägte in den Nachkriegsjahrzehnten nicht nur Rechtsverständnis und Lehre, sondern war vielfach auch für die Ahndung von NS-Verbrechen verantwortlich.
Eingestellte Ermittlungsverfahren, Freisprüche und milde Urteile gegen die Täter waren an der Tagesordnung. 
Dies entsprach durchaus dem politisch-gesellschaftlichen Klima, in dem der Kommentator der Nürnberger Gesetze Globke die rechte Hand von Kanzler Adenauer wurde, Josef Mengele unbehelligt nach Deutschland reisen konnte und eine Auslieferung von Adolf Eichmann undenkbar erschien.
Das Schweigen war kollektiv und einvernehmlich. 

Kein einziger belasteter Richter oder Staatsanwalt wurde von einem deutschen Gericht rechtskräftig verurteilt. 
Stattdessen waren Ankläger und Richter von Sondergerichten u.a. im Bundesjustizministerium, am Bundesgerichtshof und im Bundesverfassungsgericht vertreten. Sogar Richter des Volksgerichtshofs nahmen später an Gerichten in ganz Deutschland hohe Positionen ein. 

Walter Roemer, der Leiter der Vollstreckungsabteilung am Landgericht München, der auch die Hinrichtung der Mitglieder der Weißen Rose bestätigte, war später im Bundesjustizministerium beschäftigt. 
Auch Erbgesundheitsgesetzeskommentator Massfeller, der an einer Folgesitzung der Wannseekonferenz unter der Leitung von Adolf Eichmann teilgenommen hatte, arbeitete später im Bundesjustizministerium.  

Der Grundgesetz-Kommentar trägt bis heute den Namen Maunz-Düring. Theodor Maunz, ein Schüler des Staatsrechtlers Carl Schmitt, begründete 1937 die Abschaffung der Gewaltenteilung zugunsten der »Führergewalt«. 1952 wurde er Ordinarius an der LMU, 1957 bayrischer Kultusminister. Bis zu seinem Tod 1993 verfasste Maunz anonyme Artikel für die Deutsche National-Zeitung des rechtsextremen DVU-Vorsitzenden Gerhard Frey.  

Der Direktor der Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar, Hermann Pfannmüller, der mehrere tausend Tötungsempfehlungen im Rahmen der Euthanasieaktion ausgesprochen hatte, wurde nur wegen Beihilfe zum Totschlag zu 5 Jahren Haft verurteilt und blieb einer der wenigen verurteilten Euthanasietäter nach 1948. 

Die Verjährungsfristen von Mord und Beihilfe wurden in den Nachkriegsjahrzehnten heiß debattiert. Erst am 3. Juli 1979 beschloss der Deutsche Bundestag, die Verjährung für Mord ausdrücklich aufzuheben.
Eduard Dreher, der am Sondergericht Innsbruck in der NS-Zeit mehrere Todesurteile wegen Lappalien verantwortet hatte, bewirkte noch 1968 eine unscheinbare Gesetzesänderung, durch die ein Großteil der NS-Taten außer Mord mit einem Schlag rückwirkend verjährte. Damit platzte der Großprozess gegen Mitarbeiter des Reichsicherheitshauptamts, dem organisatorischen Zentrum der Judenvernichtung.
Bis in die 80er Jahre gestanden deutsche Gerichte, bis hin zum Bundesgerichtshof, Euthanasiefunktionären und -ärzten, allesamt Ärzte und Juristen, strafmildernd einen entschuldbaren Verbotsirrtum wegen ideologischer Verblendung zu. 
»Der Beschuldigte«, so hieß es in der Bewertung des Amtsgerichts Frankfurt 1960, »beging seine Tat zu einer Zeit, als das gesamte deutsche Volk irregeführt war.« 

Die Schlussstrichdebatte in Politik und Gesellschaft setzte bereits in den ersten Nachkriegsjahren ein und wurde bis in die 80er Jahre von einer Mehrheit der Bevölkerung getragen. 
Das nationalsozialistische Narrativ über den Widerstand der sogenannten »Roten Kapelle« wurde von zahlreichen Journalisten und Historikern jahrzehntelang kritiklos übernommen, die Widerstandskämpfer erneut verunglimpft. Das Gedenken an die Opfer der NS-Diktatur war und ist umkämpft. Der Bau des Berliner Holocaust-Mahnmals wurde erst 1999 beschlossen und 2005 eingeweiht. In München befand der Stadtrat 1985 eine dauerhaft brennende Flamme am Platz der Opfer des Nationalsozialismus allen Ernstes für zu teuer. 

2018 verkündete der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland, Hitler und die Nationalsozialisten seien nur ein »nur ein Vogelschiss« in 1000 Jahren deutscher Geschichte. 2019 legt die AfD einen Gesetzentwurf vor, der sich klar am Gewohnheitsverbrechergesetz von 1933 orientiert und ein AfD-naher Staatsanwalt in Thüringen ermittelt rechtswidrig gegen das Künstlerkollektiv »Zentrum für Politische Schönheit« wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung.
Auch vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen beleuchtet »Kein Kläger« die Grundwerte von Rechtsstaatlichkeit und die unverzichtbare Rolle der Justiz bei der Eindämmung rechtsextremistischer und antisemitischer Gewalt.   

KIDS CARRALDO

Eine Theater Challenge im Olympiapark von Traummaschine Inc.

Uraufführung am Dienstag, 24. Juli 2018 um 10:30 Uhr und 16:30 Uhr im Olympiapark München 
Weitere Aufführungen am Mi., 25. und Do., 26. Juli 2018 jeweils um 10:30 Uhr und 16:30 Uhr im Olympiapark München

Für alle ab 8 Jahren.

Treffpunkt: Wendeschleife Olympiapark Süd, Ackermannstraße, (Nähe Schwere Reiter Straße)
Anfahrt: Tram 12, Bus 53 (Infanteriestraße), Tram 20, 21 (Leonrodplatz)
Fahrscheine: 7 € und 5 € bei tickets@ratundtat-kulturbuero.de

Die Vorstellungen finden bei jedem Wetter statt!

„Jeder Mensch sollte einmal im Leben ein Boot über einen Berg gezogen haben!“, hat mal ein berühmter Filmregisseur gesagt. Aber das hier ist kein Film, das hier ist in echt. Eine Gesellschaft in Weiß, der Olympiaberg und eine Vision: das Trumm muss über den Hügel. 
Lasst Euch begeistern, mitreißen, einspannen für eine wahnwitzige Idee. Gemeinsam finden wir in diesem Theaterabenteuer heraus, was Wille und Wut bewegen können. Es geht um Teamarbeit, aber auch darum, im rechten Moment zu rebellieren. Wollen wir weitermachen um jeden Preis? Oder wollen wir aufgeben und etwas Neues probieren?


Konzept und Umsetzung: Traummaschine Inc. 
Ausstattung: Katrin Rieber
Grafik und Beratung: Raoul Doré
Produktion und Vermittlungsprogramm: Rat & Tat Kulturbüro
PR: Kathrin Schäfer KulturPR

Mit: Veronica Burnuthian, Pascal Fuhlbrügge, Judith Huber, Charlotte Pfeifer, Christoph Theussl

Eine Produktion von Traummaschine Inc. mit freundlicher Unterstützung des Kulutrreferats der Landeshauptstadt München, dem Fonds Darstellende Künste und dem Bezirk Milbertshofen (?).

TRAUMMASCHINE Inc. erarbeitet als interdisziplinäres Team professionelle performative Arbeiten im städtischen Raum. Natur und urbane Umgebung rücken über die künstlerische Aneignung ins Zentrum und werden in der Anordnung als interaktives Theaterspiel mit und von dem jungen Publikum bewusst erlebt. Dieser Arbeitsansatz erfordert viel Mut und Lust auf Erwartetes und Unerwartetes gleichzeitig reagieren zu können. Zuletzt war von ihnen »Die katastrophale Johanna«, eine Theater-Roadshow für alle ab 8 Jahren, am Ufer der Isar zu sehen.

Mehr Infos hier: http://traum-maschine.blogspot.de.

Lulu

Performance von Lulu Obermayer

Wiederaufnahme am Mi, 12. und Do, 13. Juni 2024 um jeweils 20:00 Uhr im HochX Theater und Live Art (Entenbachstraße 37, 81541 München)

Uraufführung am Freitag, 24. November 2023, 20:00 Uhr im HochX Theater und Live Art (Entenbachstraße 37, 81541 München)

Weitere Vorstellungen:
Samstag 25.11., 20:00 Uhr 
Im Anschluss: Artist Talk mit Tine Milz, Theater Neumarkt in Zürich
Dienstag 28.11., 20:00 Uhr 

Preise: 30€ / 20€ / 10€ / 6€
Tickets: www.hochx.de

Abendkasse: 
Die Kasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Ermäßigungen erhalten Schüler*innen, Azubis, Studierende, Theaterschaffende, Senior*innen ab 65, Arbeitslose und Menschen mit Behinderung

Deutsch/Englisch

Künstlerische Leitung, Konzept, Performance: Lulu Obermayer 
Hologramm-Performance: Mireille Capelle, Margareta Klobucar
Technische Leitung, Lichtdesign: Michele Piazzi 
Technische Mitarbeit: Hanna Kritten Tangsoo 
Assistenz: Livio Gentile 
Video: Nora Jacobs 
Sounddesign: Adrienne Teicher
Maske: Marlena Fink 
Kostüm: Predrag Pelé Petrovic
Fotos: Stefan Burger / Julian Baumann

Zum Stück:
Lulu gilt als Projektionsfläche männlicher Fantasie, man scheint sich darauf zu einigen, wer Lulu ist: eine Femme Fatale, die sich selbst und ihre Umwelt ins Verderben bringt. Es wird behauptet, dass Lulu als Spiegel fungiert. Doch welche Lulu blickt zurück, wenn Lulu in den Spiegel schaut? 

Um ein komplexeres Bild der Figur zu entwerfen, spürt die Künstlerin Quellen auf, die mit Lulu in Verbindung stehen und beschwört einen Séance-gleichen Schauplatz, beruft sich auf ihre Vorgängerinnen und bringt sie ins Gespräch. Der Monolog wird so zum Dialog. Als Vorlagen dienen ihr die Theaterstücke »Der Erdgeist« und »Die Büchse der Pandora« von Frank Wedekind, und die Autobiografie von Tilly Wedekind »Lulu, Die Rolle meines Lebens«, der Film »Die Büchse der Pandora« von G.W. Pabst und die Memoiren von Louise Brooks »Lulu in Hollywood«, als auch die Oper »Lulu« von Alban Berg.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München. 
Eine Koproduktion von Lulu Obermayer mit FREISCHWIMMEN, die Produktionsplattform für Performance und Theater, getragen durch brut Wien, FFT Düsseldorf, Gessnerallee Zürich, HochX Theater und Live Art München, LOFFT – DAS THEATER Leipzig, Schwankhalle Bremen, SOPHIENSÆLE Berlin und Theater Rampe Stuttgart, unter Geschäftsführung der SOPHIENSÆLE GmbH. 
FREISCHWIMMEN wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien über das Programm „Verbindungen fördern“ des Bundesverbands Freie Darstellende Künste e.V. FREISCHWIMMEN wird weiterhin unterstützt durch Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung und die Fachstelle Kultur Kanton Zürich.